Neue Bürgerinitiative wendet sich gegen Verkehrs- und Gewerbelärm

Ihr Ziel ist es, etwas gegen den zunehmenden Verkehrs- und Gewerbelärm im Wohngebiet Buchholzer Straße/Wackenbergstraße zu unternehmen.

Deshalb schlossen sich 80 Anwohner aus dem Gebiet zu einer Bürgerinitiative zusammen. Ihr Motto ist: „Uns reicht‘s – endlich Ruhe im Wohngebiet!“. Eine der besonders Betroffenen ist Renate Faltin. Die Musik-Professorin erwarb 1985 ein Einfamilienhaus in der Wackenbergstraße. Damals lebte es sich in dem Wohngebiet noch beschaulich, weit ab vom Großstadttrubel, fast im Grünen.

In den 90er-Jahren begannen sich allerdings verschiedene Gewerbebetriebe entlang der Wackenberg- und der Buchholzer Straße anzusiedeln. Nach und nach nahm auch der Lkw-Verkehr in beiden Straßen zu. Doch so richtig laut wurde es für Renate Faltin ab 2005. Seinerzeit richtete das Unternehmen Sisyphos gegenüber von ihrem Grundstück ein Container-Lager ein. „Seitdem fahren nicht nur schwere Lkw mit Containern durch die Wackenbergstraße“, berichtet die Anwohnerin. „Wenn die Container abgeladen werden, quietscht und lärmt es den ganzen Tag. Da finde ich keine Ruhe.“

Doch das ist nicht die einzige Ansiedlung, die Lärm verursacht. Auch Autoreparatur-Werkstätten und das Großlager eines Fußbodenverlege-Betriebes sind hier entstanden. Deshalb donnern immer mehr Lkw und Schwerlaster durch die Straße. Inzwischen hat auch das Auslieferungslager eines Buch-Express‘ seine Adresse an der Wackenbergstraße. „Da rasen nachts so viele Lkw über das Pflaster, dass ich immer wieder aus dem Schlaf gerüttelt werde“, so Renate Faltin.

Die gepflasterte Wackenbergstraße ist so marode, dass die Räder der Lkw regelrecht über sie hüpfen und die Häuser erschüttern. Hinzu kommt, dass unter der Straße Gas- und Wasserleitungen entlangführen. „Wir haben Angst, dass die irgendwann mal brechen, wenn der Schwerlasttransport weiter so anhält oder sogar noch zunimmt“, fasst Renate Faltin zusammen.

Ähnliches gilt für die Buchholzer Straße. „Aus beiden Straßen gab es nachweislich vor etwa zehn Jahren die ersten Beschwerden einzelner Anwohner an das Bezirksamt“, berichtet Renate Faltin. Weil sich nichts tat, starteten die Nachbarn 2014 eine Online-Petition. 280 Unterschriften kamen zusammen. Diese wurden dem Bezirksamt übergeben. „Es passierte aber nichts weiter. Wir bekamen nicht einmal eine Antwort.“ Weil die Anwohner im Laufe der Jahre merkten, dass sie mit Aktionen Einzelner nichts erreichen, entschlossen sie sich nun, eine Bürgerinitiative zu gründen.

Diese fordert, dass der Bezirk endlich verkehrsberuhigende Maßnahmen umsetzt, wie sie für ein Wohngebiet üblich sein sollten. Außerdem sollen Umwelt- und Lärmschutzbestimmungen stärker kontrolliert und auch durchgesetzt werden. Die Bürgerinitiative spricht sich zudem gegen die weitere Ansiedlung von lärm- und emissionsintensivem Gewerbe aus. Und vor allem fordern die Anwohner eine Sanierung der Wackenbergstraße und benachbarter Straßen.

Mit Christiane Heydenreich von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat die Bürgerinitiative inzwischen eine tatkräftige Unterstützerin gefunden. In ihrem Namen stellte sie auf der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gleich zwei Anträge. Zum einen soll das Bezirksamt die Wackenbergstraße sobald wie möglich sanieren. Zum anderen soll ein Verkehrskonzept entwickelt und umgesetzt werden, um die Anwohner von Verkehrslärm und -erschütterungen soweit wie möglich zu entlasten. Die Verordneten entschieden, sich auf einer nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses mit diesen Themen zu befassen. Und vielleicht bekommt die Bürgerinitiative dann noch weitere Unterstützer.

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